Nomandenbank
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Angefangen hat alles an der kalifornischen Küste: Da gab es eine besonders schöne Aussicht, die Hans Winkler genießen wollte. Was an dieser Stelle jedoch fehlte, war eine Bank, um das im Sitzen tun zu können. Also zimmerte er sich auf die Schnelle eine und überließ diese nach Gebrauch ihrem Schicksal. Die Bank begann zu wandern, weil sie von anderen Leuten an anderen Stellen gebraucht wurde. Winkler baute daraufhin noch weitere, um den offensichtlichen Bedarf zu decken.
Der in Berlin und New York lebende Künstler verändert gerne ein wenig die Welt, die uns umgibt – oft sind es freundliche Angebote, allerdings nicht ohne erkenntnisfördernde Hintergedanken. In anderen Fällen sind es recht plastische Kommentare, die ironisch und nicht selten auch mit subversiven Methoden auf das scheinbar Selbstverständliche reagieren. So hat er in Venedig den Untergang einer Gondel inszeniert, war lange vor „Bruno“ zusammen mit dem Künstlerkollegen Stefan Micheel als Bär verkleidet im Nationalpark Berchtesgaden unterwegs und hat zuletzt in Bozen die Flucht des Ötzi durch dessen Fußabdrücke im Asphalt verewigt.
Für plan09 hat er nun beschlossen, den Menschen in Köln 50 robuste Holzbänke von bestechend schlichter Machart zu überlassen und damit eine flexible Erweiterung der konventionellen Stadtmöblierung zu schaffen. Ein Geschenk an die Bewohner und Besucher der Stadt, die an ihren Lieblingsorten eine Sitzgelegenheit vermissen. Hans Winklers Nomadenbänke sind leicht genug, um sie ohne fremde Hilfe transportieren zu können, und so stabil, dass ihnen eine normale Außenraumbeanspruchung nicht viel anhaben dürfte. Für die freie Nutzung dieser Bänke gibt es lediglich zwei Bedingungen: Es wird darum gebeten, sie nicht mutwillig zu beschädigen und sie auch nicht zu „privatisieren“.
Am plan-Eröffnungstag verteilt Winkler die Nomadenbank an den Stellen in der Stadt, wo er selbst gerne welche vorfinden würde. Ab dann entwickeln sie ihr Eigenleben und nach kurzer Zeit wird man feststellen können, wo sich Menschen gerne aufhalten, wo sie sich gerne treffen oder wo sie Wartezeit verbringen. Der Nachbau der Bänke wird von Hans Winkler empfohlen.
Das Projekt Nomadenbank wird unterstützt vom Kulturamt der Stadt Köln.Plan09 Kuratoren: Kay von Keitz, Sabine Voggenreiter
Ort: 50 Holzbänke im öffentlichen Raum:
Lenauplatz, S-Bahnhof Ehrenfeld, Hans Boeckler Platz, Stadtgarten, Bhf-West- Unterfuehrung, Bruesseler Platz
Eigelstein Tor, Maybachstrasse, Roncalli Platz, Museum Ludwig, Kalk Post Platz, Kennedy Ufer – Rheinufer,
Hohenzollernbruecke, Am Rothenberg/ Heumarkt, KHM – meeting point, Bayenstrasse/Dreikoenigenstrasse, Clodwig Platz,
Rosenplatz, Volksgarten/Oberstolzen, Barbarossaplatz, Jean Claude Letist Platz, Rudolph Platz,Ehrenfeld/ Nussbaumerstrasse u.a.