Walking Newspaper:
YÜRÜ
a Istanbul newspaper
in the context of the Istanbul Pedestrian Exhibitions

Hans Winkler publizierte die Zeitung „YÜRÜ“ in Istanbul . (türkisch: „Geh“). Konzept und Ziel war es mit YÜRÜ ein Public Art Projekt für Istanbul zu realisieren und es in die Stadt zu integrieren. An dem Projekt waren 15 Künstler aus Istanbul beteiligt. In der Zusammenarbeit entwickelte sich eine Sprache, ein Kommunikationssystem, die linguistische und kulturelle Schranken überschritt . -und YÜRÜ hervorbrachte.
YÜRÜ wurde ein Forum für Aktionen und Interventionen. Sie steht für die Stadt, Ihre Wege, Ihre Kultur, Ihre Kunst und ihre kleine Fluchten und tauchte als neues Medium, als Zeitung im Stadtraum auf.
Zum zentralen Thema des Projektes wurde Gehen und "Herumschweifen" in der Stadt - oder wie uns Bruce Chatwin empfohlen hat "Am besten wandert man". Tägliche Wanderungen in der Stadt bringen immer außergewöhnliches zum Vorschein. Sie lenken den Blick auf Details, auf oft Unscheinbares. "Die Geschichte des Gehens scheint eine ungeschriebene, geheime Geschichte zu sein dessen Fragmente in Tausenden unauffälligen Passagen in Büchern, als auch in Liedern, Strassen und in fast in jedermanns Abenteuer gefunden werden. (Rebecca Solnit) Während der Wanderungen ging es auch um das "Herumschweifen" wie es den Situationisten Guy Debord interessierte. "Mit Hilfe alter Karten, Luftbildaufnahmen und Umherschweifexperimente kann man die bisher fehlende Kartographie der Einflüsse aufzeichnen, deren Unzuverlässigkeit ..heute nicht größer ist als die der ersten Seekarten, nur mit dem Unterschied, dass es nicht mehr darum geht, beständige Kontinente genau abzugrenzen, sondern die Architektur und den Urbanismus zu verändern." Durch das "Herumschweifen" werden die zwanghaften Dinge des Alltags, die Normierung des Denkens und Handels hinter sich gelassen. Am konsequentesten erscheint hier Henry David Thoreau: "Vielleicht sollten wir noch den kürzesten Spaziergang im Geist eines unendlichen Abenteuers angehen, als wollten wir nie zurückkehren.... Wer bereit ist, Mutter und Vater, Bruder und Schwester, Weib, Kind und Freunde zu verlassen und nie wiederzusehen, wer alle Schulden bezahlt, ein Testament aufgesetzt sowie alle Angelegenheiten geregelt hat, wer also ein freier Mann ist, der ist gerüstet für einen Spaziergang."
Die Intension all der Wanderungen war es die Stadt zu lesen, ästhetische Elemente des täglichen Lebens darin zu entdecken, die Augen für "wirkliche Kunstwerke" auf der Strasse zu öffnen, für spezielle Orte, für Veränderungen, und sich an die Arbeit für spontane Aktionen zu machen. Alle Arbeiten intervenierten behutsam. Sie waren bewusst klein, vergänglich oder manchmal fast unsichtbar. Aber sie stehen in Beziehung zur Umgebung und der Nachbarschaft. Durch YÜRÜ wird eine lebendige Haltung dem historisch überlebten, künstlerischen Umgang mit dem öffentlichen Raum entgegengestellt, in der z.B. in Kunst am Bau Projekten Skulpturen in die Stadt gesetzt werden, die in keinem Bezug zur Architektur, zum Raum oder gar zu Strukturen des Alltagslebens und zu den beteiligten Menschen stehen.
"The history of walking is an unwritten, secret history whose fragments can be found in a thousand unemphatic passages in books, as well as in songs, streets, and almost everyone´s adventures". Rebecca Solnit
Hans Winkler walking project in Istanbul, September 2005. In the context of the "Istanbul Pedestrian Exhibitions 2: Tünel-Karaköy", which will be realized 16 September - 30 October 2005, opening concurrently with the 9th International Istanbul Biennale, Hans Winkler created a public art project, a workshop with young artists from the Yýldýz Technical University - Art and Design Fakulte.
The project with young artists Istanbul was focused on walking and working in the public space. The intention is to "read" the city, to discover aestethic elements of daily life, to open the eyes for this kind of "real pieces" on the street, to find points of interest, to work on change objects or create spontaneously new art work. The work should be part of the fabric of the city and intervene on it carefully. It can be small or almost invisible.
Walking is the simplest and natural yet complex way to move. In the time of a super fast technological development walking art sets a counter balance. The project will be connected to environment and neighbourhood and is represented through a selfmade newspaper, which will be printed in Istanbul. Hans Winkler will be the editor and publisher of the newspaper.
with Participation of : Ayse Ilkorur, Berivan Celik, Canberk Koc, Cayan Ince, Feride Ozturk, Hilal Gumusel, Nazl? Gul, Nesli Gul, Okan Cam, Sedat Turkantoz, Sergin Keyder, Sinan Yesilbas . Graphic design: Jacob Printing: Yildiz University
The project was produced in collaboration with Vittorio Urbani, for "Nuova Icona", Venice, Italy.
thanks to: Fulya Erdemci & Emre Baykal, Inci Enviner , Tomur Atagök and Vittorio Urbani, Yildiz University Art and Design Faculty.
"Radical" newspaper in Istanbul: "Yürü is the best thing in the Biennale".
Ama bunlar? tart??mak için sanata dair his, dil ve ak?l birli?i gerekiyor. Oysa kafas?na göre herkes. Bu, bu s?ralar gördü?üm en güzel ?ey. ('Yürü'den, Yaya'n?n fanzinimsi dergisinden bir cümle. Y?ld?z Teknik Üniversitesi ö?rencilerinin eline sa?l?k.) "?stanbul merkez, kafas?na göre herkes". ?nsan sormadan duram?yor; bu, ne biçim merkez o zaman?..