HELD SAGA

www.franz-held.com

 

 

 

"Wir kommen noch immer früh genug aus dem Leben" (Henrik Ibsen)

Die Anklage lautet auf Gotteslästerung. Absender: Amtsgericht München. 1895. Unter der Vorladung steht der Vermerk: Bitte erscheinen Sie zum angegebenen Termin pünktlich und nehmen Sie eine Zahnbürste mit. Mit diesem Einschreiben begann für Franz Held (mit bürgerlichem Namen Franz Herzfeld) das Leben im Untergrund. Sein Verschwinden war somit eingeleitet und seine Bücher wurden aus den Regalen der Buchhandlungen entfernt. Franz Held setzte sich aus Deutschland ab, um für seine Familie eine neue Heimat zu finden. Die Reise endete in der Bergwelt von Salzburg. Auf einer Almhütte am Gaisberg bei Aigen. Die Alpen boten seit Jahrhunderten politisch oder religiös Verfolgten inoffizielles Asyl, Außenseitern Schutz und Zuflucht. Die Sitzbank vor der Hütte gewährte den einzigen regelmäßigen Kontakt zur Außenwelt. Sie bot eine einmalige Aussicht auf die Stadt Salzburg, auf das weitläufige Tal. Eingebettet von Hügeln und Berggipfeln. Vor allem die beiden Söhne, Helmut und Wieland Herzfeld, genossen täglich den sich ständig verändernden Blick, und dies stundenlang. Helmut änderte später seinen Namen - aus Protest gegen die feindliche Gesinnung vieler Deutscher gegenüber England - in John Heartfield und Wieland seinen Nachnamen - eher aus sprachlicher Sicht - nur geringfügig in Herzfelde. Das Verschwinden von Franz Held setzte sich konsequent fort. Er ist heute nahezu vergessen. Lediglich in Publikationen über John Heartfield tauchen Anmerkungen auf wie "Sohn des sozialistischen Schriftstellers Franz Held" oder "Vater geisteskrank".

http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Held_(Schriftsteller)

 

 

Presseauszug::

19.6.05 Tagesspiegel: "Hans Winkler stellt nun enien Nachbau dieser Hütte als beeindruckende Haus- im- Haus Installation in die Akademie. Ein (Alb)Traumgebilde wie aus einem Märchen"

FR, 26.7.:"Hans Winklers Replik der Replik ist weit mehr als nur Gleichnis für die Vielschichtigkeit des Gedächtnisses, die Nähe von Erinnern und Vergessen. Winklers bewundernswertes Werk wirkt durch Entsetzen mitleidiges Empfinden. Endlich einmal eine Ausstellung, die man nicht schon auf der Schwelle nach draussen vergessen hat"

16.8.05, Tageszeitung:"In dem speziellen Fall Held bringt das Archiv unter den Bedingungen der neoliberalen Globalisierung und Deregulierung von oben eine selbst gebaute kleine Hütte quasi von unten zum Leuchten. Das ist doch nicht nichts"

22.6.05, Berliner Zeitung: "eine knappe, sonderbare, doch überraschende Installation: Er stellte eine Holzhütte in der Akademieraum auf."

in Kuenstler/Archiv, Adademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte, Kuratorin: Helen Adkins (Kuratorin), Assistent: Daniel Klemm,19. Juni - 28. August 2005

"The Archive of the Akademie der Künste is its memory. With over 800 artists holdings from all genres, it is the most important archive of its kind since 1900 in German speaking contries. The originals- manuscripts, sketches, letters, documents, recordings, films and photgraphs - are not only unique historical sources, they also enable a haptic, sensuous contact to the work and tiems of the artist in his absence."mit: Christian Boltanski, Jochen Gerz, Ilya & Emilia Kabakov, Christina Kubisch, Carsten Nicolai, Miguel Rothschild, Eva Maria Schön und Hans Winkler

und in Lügen.nirgends - Zwischen Fiktion und Dokumentation" (Januar bis April 2008, Ausstellungshalle für Zeitgenössische Kunst Münster.

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